Trump will 25 Prozent Zoll für Waren aus der EU
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Der amerikanische Präsident Donald Trump will offenbar 25 Prozent Zoll auf Einfuhren aus der Europäischen Union erheben. Das hat er bei der ersten Kabinettsitzung seiner Regierung gesagt. Er führte nicht präzise aus, auf welche Produktgruppen sich die angestrebten Zölle beziehen. Aber offenbar will er Importe von Autos und einigen anderen Produkten belasten.
Trump wies, wie schon häufiger, auf das große Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten mit der Europäischen Union hin, das er mit den Zöllen bekämpfen will. Er sagte während der Kabinettsitzung, dass die Europäische Union nur gegründet worden sei, um die USA über den Tisch zu ziehen. Vorige Woche hatte Trump schon angekündigt, sogenannte reziproke Zölle verhängen und im April bekannt machen zu wollen. Er will jegliche Zölle und von ihm als Handelshindernis gewertete Maßnahme eines Landes mit einem Zoll in gleicher Höhe vergelten.
Dabei hatte er klar gemacht, dass er die in der EU und in vielen anderen Länder übliche Mehrwertsteuer als Zoll deutet. Im Schnitt erhebt die EU auf amerikanische Importe einen Zoll zwischen zwei und drei Prozent und damit etwas mehr als die USA auf europäische Importe. Größer ist die Diskrepanz bei Autoeinfuhren, die die USA mit 2,5 Prozent belasten und die EU mit zehn Prozent. Für Pick up-Trucks verlangen die USA allerdings 25 Prozent. Unklar ist, ob die jetzt von Trump verkündeten Zölle zusätzlich zu den reziproken Zöllen erhoben werden sollen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung