Volkswagen: IG Metall will Beschäftigten Abschluss erklären
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Wolfsburg. Welche Fragen stellen sich die VW-Beschäftigten nach dem Tarifabschluss wohl am häufigsten? Einen Aufschluss darüber gibt ein 18-seitiges Frage-und-Antwort-Stück der IG Metall.
Die einfache und erwartbare Antwort: Viele Fragen drehen sich um die Auswirkungen der Einigung auf den eigenen Geldbeutel. So werden auf den 18 Seiten zum Beispiel auch Fragen rund um das Thema Ergebnisbeteiligung beantwortet.
Für 2025 gilt, dass die Ergebnisbeteiligung für das vorangegangene Geschäftsjahr 2024 wie üblich fließt. Im November 2024 gab es bereits, wie üblich, eine erste Vorauszahlung auf die Maizahlung. Wenn das Geschäftsjahr 2024 positiv abgeschlossen wurde, gibt es dann auch noch im Mai 2025 eine Zahlung.
Die Neuregelung sieht dann folgendes vor: 2026 und 2027 wird es nur die Novemberzahlungen geben. Die Maizahlungen für die vorangegangenen Geschäftsjahre 2025 und 2026 entfallen unterdessen. 2028 fließen im Mai dann 20 Prozent, 2029 40 Prozent und 2030 50 Prozent des Bonus, während der Novemberbonus den ganzen Zeitraum über in voller Höhe fließt.
Es werden aber auch etwas unbekanntere Fragen behandelt. Zum Beispiel, ob die Änderungen bei der Jubiläumsgratifikation Auswirkungen auf die Sonderurlaubstage haben. Das haben sie nicht. Es gibt weiter zwei Tage Sonderurlaub für 25-jährige Werkszugehörigkeit und drei Tage für 35-jährige Werkszugehörigkeit.
Ein weiteres Themenfeld sind die Änderungen beim erhöhten Urlaubsgeld. Das nur noch bis 2029 besteht. Und 2025 und 2026 schon ausgesetzt wird. Erst ab 2027 kommt es wieder zu einer gestaffelten Auszahlung. Für 2027 werden anteilig 20 Prozent ausgezahlt, 2028 40 Prozent und 2029 50 Prozent. Bei Schwerbehinderten unterdessen bleibt es bei den bisherigen Urlaubsansprüchen.
Wer seinen persönlichen Verlust beim erhöhten Urlaubsgeld ausgleichen will und gleichzeitig IG Metall Mitglied ist, kann die Mindereinnahmen durch den neuen exklusiven Mitgliederbonus teilweise auffangen. Der wird parallel zur Abschaffung des erhöhten Urlaubsentgelts hochgefahren. Sind es 2027 noch 254 Euro, sind es 2028 bereits 508 Euro und ab 2029 636 Euro.
Die Detailfülle der Regelungen zeigt auch, wie kompliziert die Einigung grundsätzlich geworden ist. Und dass dadurch automatisch viele Fragen innerhalb der Belegschaft entstehen und eben auch das ein oder andere Gerücht sicher schnell mal die Runde machen wird. Eines dieser Themen wird auch in dem Frage-und-Antwort-Stück der IG Metall behandelt. Es geht um die Veränderungen bei den Stundengrundentgelten. Sie spielen eine Rolle bei Nachtzuschlägen im Schichtdienst.
Mit der Einigung im Dezember wurde beschlossen, dort Änderungen vorzunehmen, die ab dem 1. Juli 2025 in Kraft treten sollen. Bisher wurde die Höhe der Stundengrundentgelte gemäß einer Schattentabelle älterer tariflicher Einigungen festgelegt. So beträgt das Stundengrundentgelt bis zum 30. Juni 2025 in Entgeltstufe laut einer beigefügten Monatsentgelttabelle 28,18 Euro brutto auf Entgeltstufe 8. Künftig werden 26,98 Euro sein.
Jetzt macht wohl aber das Gerücht die Runde, dass dadurch immense Summen weniger an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Aus Unternehmenskreisen heißt es aber, dass sich bei einer Woche Nachtschicht im Monat um weitaus geringere Summen handelt. Die Änderungen würden mit zehn Euro weniger brutto pro Monat zu Buche schlagen.
Das Gerücht zeigt aber auch die Verunsicherung der Belegschaft und die Aufgabe, vor der Betriebsrat, IG Metall, aber auch das Unternehmen stehen. Sie müssen den Beschäftigten in den kommenden Monaten vermitteln, warum, wie und wo gespart wird.
rnd